Bonn (ots) - Googles Gmail hat sich innerhalb weniger Jahre zum
meistgenutzten E-Mail Dienst der Welt entwickelt. Änderungen in der
Funktionsweise von Gmail betreffen daher auch das E-Mail Marketing.
Nachdem Google bereits mit der Priorised Inbox und den sog. SmartLabels
den klassischen Posteingang in Frage stellte, sorgt aktuell der neue,
eingehende E-Mails automatisch in Tabs sortierende, Posteingang für
Diskussionen und Verunsicherung. Wir zeigen mögliche Chancen und
Gefahren.
Das neue Gmail zeigt eingehende E-Mails nicht mehr
länger gesammelt in einem Posteingang an. Stattdessen werden E-Mails
automatisiert in eine von fünf Kategorien eingeordnet: "Allgemein",
"Soziale Netzwerke", "Werbung", "Benachrichtigungen" oder "Foren".
Newsletter und Marketing E-Mails fallen unter den Tab "Werbung".
Transaktionsmails aus dem E-Commerce
- z.B. Bestellbestätigungen - zählen als "Benachrichtigungen". Unter
"Allgemein" werden private Nachrichten, E-Mails die nicht in einen der
Tabs passen sowie Nachrichten, die vom Nutzer als "wichtig" markiert
wurden, zusammengefasst. Einzelne Tabs können vom Nutzer ausgeblendet
werden. Die zugehörigen E-Mails werden dann unter "Allgemein" angezeigt.
Mehr oder weniger Aufmerksamkeit
Die neuen Tabs führen
dazu, dass Marketing E-Mails nicht mehr in der Hauptansicht des
Webclients angezeigt werden. Der Nutzer muss aktiv den jeweiligen Tab
anklicken, um die jeweiligen E-Mails zu sehen. Beim mobilen Gmail Client
benötigt er sogar noch einen Klick mehr, da die weiteren Tabs erst über
ein weiteres Menü aufgerufen werden müssen. Es besteht die Gefahr, dass
der Nutzer Marketing E-Mails nicht mehr beachtet, wenn er zunächst nur
die "allgemeinen" E-Mails angezeigt bekommt und vielleicht gar keine
weiteren Tabs anklickt bzw. die Tabs für ihn eine verschieden hohe
Priorität haben. Dies könnte dazu führen, dass Marketing E-Mails erst
verspätet gelesen werden - oder gerade auf mobilen Endgeräten vielleicht
sogar ignoriert werden, wenn dem Nutzer die weiteren Tabs zunächst gar
nicht angezeigt werden. Darunter könnten besonders zeitkritische E-Mails
leiden, beispielsweise Newsletter mit zeitlich begrenzten
Sonderangeboten oder Transaktionsmails mit Cross- und Up-Sells.
Möglicherweise
ist die neue Gmail Inbox jedoch sogar eine Chance für das E-Mail
Marketing. Marketing E-Mails gehen nicht mehr länger zwischen anderen
Nachrichten in der Inbox unter. Dies entschärft auch den "Kampf" darum,
mit immer auffälligeren Betreffzeilen aus der Masse hervorzustechen.
Bedenken Sie immer: E-Mail Marketing ist Permission Marketing. Da der
Nutzer Ihre E-Mails selbstständig angefordert hat, hat er in jedem Fall
Interesse an ihnen und wird sie wahrscheinlich auch dann weiter lesen,
wenn er dafür einen weiteren Klick benötigt. Wenn er auf den "Werbung"
Tab klickt, zeigt er damit zudem genau in diesem Moment aktives
Interesse an Marketing-Botschaften. Die E-Mail erreicht in nicht mehr zu
einem Zeitpunkt, in dem er möglicherweise keine Aufmerksamkeit für Ihre
Botschaften hat. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er sich
mit Ihrer E-Mail beschäftigt.
Zurück in die Hauptansicht
Auch
in der neuen Gmail Inbox werden manche Marketing E-Mails weiterhin
unter "Allgemein" angezeigt, obwohl der Nutzer diese nicht als "wichtig"
markiert hat. Die Gründe hierfür sind jedoch noch nicht bekannt - ob
"nur" der Algorithmus noch nicht optimal funktioniert oder ob es bei
Erstellung der E-Mail Möglichkeiten gibt, die Klassifizierung bewusst zu
steuern. Es wird unter anderem vermutet, dass sich die Klassifizierung
nach den Bulk-Informationen im E-Mail Header richtet. Bisher ist die
praktikable Möglichkeit, mit Ihren Marketing E-Mails unter "Allgemein"
zu erscheinen, die Gmail Nutzer darum zu bitten, Ihre E-Mails als
"wichtig" zu markieren. Weisen Sie Ihre Nutzer beispielsweise auf
zeitkritische Sonderangebote hin, um sie davon überzeugen, Ihre E-Mails
wieder in der Hauptansicht unter "Allgemein" angezeigt zu bekommen.
Bisher
liegen noch keine Erfahrungswerte darüber vor, wie die neue Gmail Inbox
genutzt wird und z.B. die optionalen Tabs von den Nutzern deaktiviert
werden. Wir empfehlen Ihnen, Ihre Kennzahlen (http://www.artegic.de/email-marketing-kennzahlen)
dahingehend zu überprüfen, ob es signifikante Abweichungen zwischen
Gmail Nutzern und Nutzern anderer Anbieter gibt und ob sich die
Kennzahlen seit der Einführung der neuen Inbox verändert haben. Wie
bereits erwähnt, gibt es bisher auch noch keine gesicherten
Erkenntnisse, nach welchen Kriterien Gmail die E-Mails klassifiziert.
Wir halten Sie auf dem Laufenden.
Dienstag, 30. Juli 2013
Montag, 29. Juli 2013
eco-Verband präsentiert "goldene Regeln" für Mobile Mail
Köln (ots) - Die Kompetenzgruppe Online-Marketing im eco - Verband der deutschen Internetwirtschaft (www.eco.de) hat "goldene Regeln" für mobile E-Mails, wie Werbemails, Newsletter oder Ähnliches, veröffentlicht. Ziel ist es, die Lesbarkeit und damit die Akzeptanz der elektronischen Post auf Smartphones zu erhöhen. Hier die Regeln im Überblick:
1. Der Absender muss in maximal 20 Zeichen eindeutig erkennbar sein.
2. Der Betreff soll mit 30 Zeichen alles Wesentliche enthalten.
3. Es empfiehlt sich die Nutzung eines Pre-Header für eine Kurzzusammenfassung mit maximal 50 Zeichen.
4. Der Text soll die Bilddarstellung überwiegen (optimal: 60 Prozent Text).
5. Auf alle überflüssigen Text-, Bild- und Layoutelemente sollte verzichtet werden.
6. Die wichtigsten Informationen (die Kernaussage der E-Mail) gehören nach oben ins Vorschaufenster.
7. Die Mindestschriftgröße beträgt 12 Punkt, der Zeilenabstand sollte bei 17 Punkt liegen.
8. HTML-Buttons empfehlen sich linksbündig oder zentriert.
9. Die Handlungsaufforderung ist am besten mindestens 44 mal 44 Pixel groß.
10. Es ist auf Kontraste zu achten: LCR (Luminocity Control Ratio) mindestens 10.
"Die meisten E-Mails werden mittlerweile auf den kleinen Displays der Smartphones gelesen. Aber nur etwa ein Viertel aller E-Mails sind für diese Darstellung optimiert. Diese Diskrepanz wollen wir mit den goldenen Regeln für mobile E-Mails überwinden", erklärt Dr. Torsten Schwarz, Leiter der Kompetenzgruppe Online-Marketing im eco - Verband der deutschen Internetwirtschaft. Der Verband hatte Anfang des Jahres gemeinsam mit der E-Mail-Marketingberatungsfirma Absolit und dem Marktforschungsunternehmen Regator eine Expertenumfrage unter 254 Fachleuten durchgeführt. Die "goldenen Regeln" leiten sich als unmittelbare Handlungsempfehlung aus den Erkenntnissen dieserUmfrage ab.
Henrik Salzgeber von der Marketingagentur mission one betont die Relevanz optimierter E-Mails im Online Marketing: "Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass E-Mail-Abonnenten Multi-Screener sind, always on! Unsere Aufgabe ist es, den online Dialog auf die Interfaces auszurichten." Auch Constantin Schaible, Senior Account Executive beim Marketingspezialisten ExactTarget, stimmt der Einschätzung zu: "Die mobile Optimierung von Newslettern ist für Marketer aufgrund der rasanten Verbreitung von Smartphones und Tablets absolute Pflicht. Zu kleine Darstellungen, schwer erkennbare Bilder und Texte sowie unpräzise anklickbare Links sollten in die mobile Vergangenheit verbannt werden - eine bessere User Experience macht Kampagnen wesentlich erfolgreicher."
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